Erfolgreiche Wiederholung

Am Abend des 12. November gab es nach der erfolgreichen Premiere vor einem Jahr zum zweiten Mal eine Hubertusmesse in der Herz-Jesu-Kirche.

Beteiligt waren wieder die Jagdhornbläser Siedelsbrunn sowie die Bläsergruppe aus Schriesheim mit ihren Parforcehörnern.

Hubertusmessen sind instrumentale Messen. Sie werden zu Ehren Gottes und zur Erinnerung an den heiligen Hubertus von Lüttich um den Hubertustag gefeiert. Die Ursprünge von Hubertusmessen liegen in Frankreich und Belgien, wo sich im Laufe des 19. Jahrhunderts eine spezielle Liturgie entwickelt hat, bei der Parforcehörner mitwirken. In Deutschland begann diese Tradition erst in den 1950ern. In Gegensatz zur Hüttenfelder Hubertusmesse handelt es sich bei der Feier von Hubertusmessen oft nicht um Eucharistiefeiern, sondern um ein Kirchenkonzerte mit gottesdienstlichen Teilen oder um um ökumenische Wortgottesdienste mit der Messfeier entlehnten musikalischen Stücken.

Die Herz-Jesu-Kirche war herbstlich geschmückt. Ein besonderer Hingucker war das Geweih mit dem Kreuz zwischen den Hörnern. Nachdem die Jagdhornbläsergruppe des Schützenvereins Siedelsbrunn von der Empore aus die Eucharistiefeier mit dem Signal „Begrüßung“ eröffnet hatte, zogen die dreizehn Parforcehornbläser aus Schriesheim zusammen mit Zelebrant Pfarrer Patrick Fleckenstein und den Ministranten feierlich in dieKirche ein. Der Pfarrer sagte in seiner Einleitung, es gehe in diesem Gottesdienst um die Schöpfung, um deren Erhalt und Bewahrung und um verantwortungsvollen Umgang mit Gottes Natur. Danach gab Gemeindereferentin Birgit Bongiorno einige Informationen zum Leben des heiligen Hubertus, dessen Gedenktag die Kirche am 3. November feiert. 

Hubertus von Lüttich wurde 655 in Toulouse geboren und starb am 30. Mai 727 in Tervuren bei Brüssel. Der junge Edelmann Hubertus lebte zunächst als Pfalzgraf am Hof Theoderichs III. in Paris, später am Hofe Pippins des Mittleren, mit dem er wohl verwandt war, in Metz. In dieser Zeit war er ein leidenschaftlicher Jäger, der die Erlegung des Wildes als Selbstzweck sah, wie viele Jäger auch heute noch. Der Überlieferung nach wurde Hubertus während einer Jagd durch den Anblick eines Hirsches mit einem Kruzifix zwischen den Sprossen des Geweihs bekehrt. Hubertus erkannte in allen Wesen Geschöpfe göttlichen Ursprungs und hat sich danach hegend und pflegend für die Tiere des Waldes eingesetzt. Nachdem Hubertus verwitwete, ging er als Einsiedler in die Wälder der Ardennen, wo er apostolisch aktig war. 705 wurde er Bischof von Tongern-Maastricht, 716 verlegte er seinen Bischofssitz nach Lüttich. Dort ließ er eine prächtige Kathedrale erbauen und galt auch sonst als fürsorglicher Wohltäter. Hubertus wird als Schutzpatron der Jagd angesehen. Außerdem gilt er als Patron der Hunde und als Helfer gegen Tollwut. Außerdem ist er Patron der Schützen, der Kürschner, der Metzger, der Metallbearbeiter, der Büchsenmacher, der Optiker, der Mathematiker und der Hersteller von mathematischen Geräten. Am Hubertustag gesegnetes Salz, Brot und Wasser schützt gegen Hundebisse, außerdem werden dadurch auch die Hunde selbst vor Tollwut geschützt.

Nach der Lesung aus dem Buch Genesis (1,26-2,3) über die Schöpfung der Welt durch Michael Hoschkara, der im weiteren Verlauf des Gottesdienstes nach dem apostolischen Glaubensbekenntnis der Gemeinde auch die Fürbitten vortrug, und der Verkündigung der frohen Botschaft aus dem Matthäusevangelium durch Pfarrer Fleckenstein sprach dieser in seiner Predigt über den zuvor vorgetragenen Text aus dem ersten Buch der Bibel: wir haben für Gottes Schöpfung Verantwortung zu tragen, wir haben sie zu bewahren und zu erhalten, und all unser Handeln hat Konsequenzen.

Insgesamt zehnmal hatte die Gruppe der Parforcehorn-Bläser aus Schriesheim während der Messe ihren Auftritt, wobei sie während des Dankgesangs „Großer Gott, wir loben dich; Herr, wir preisen deine Stärke“ nach der Kommunion auch die Gemeinde bei deren einzigem Gesang begleiteten. Gegen Ende des Gottesdienstes gab es für die Jagdhornbläser langanhaltenden Applaus der sehr zahlreich versammelten Gläubigen. Mit etwa zweihundert Personen waren noch mehr Gottesdienstteilnehmer als im Vorjahr in die Herz-Jesu-Kirche gekommen, darunter auch Bürgermeister Gottfried Störmer mit Ehefrau.

Mit dem Signal „Auf Wiedersehn“ der acht Bläser aus Siedelsbrunn endete die Feier in der Kirche, und Musiker und Gläubige begaben sich ins Pater-Delp-Zentrum zu einem gemütlichen Beisammensein. Neben diversen Speisen und Getränken gab im Kreuzgang zwischen der Herz-Jesu-Kirche und dem Gemeindezentrum der Jahreszeit entsprechend auch Glühwein zu trinken. Dazu konnte man eine gegrillte Wildbratwurst essen.

Anthony Verselis