Familiensonntag

Am 26. November fand nach dem Festgottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche anlässlich des Hochfests Christkönig der Familiensonntag statt.

Das Christkönigsfest ist ein in der zweitausendjährigen Geschichte der Christenheit noch relativ junges Fest. Es wird von der römisch-katholischen Kirche am letzten Sonntag im Kirchenjahr gefeiert. Die evangelischen Brüder und Schwestern begehen stattdessen am letzten Sonntag im Kirchenjahr den Totensonntag, auch Ewigkeitssonntag genannt. Das Christkönigsfest wurde 1925 von Pius XI. eingeführt, der in der Anerkennung der Königsherrschaft Christi das beste Heilmittel gegen die zerstörerischen Kräfte seiner Zeit sah. Bis zur Liturgiereform wurde das Christkönigsfest am letzten Sonntag im Oktober begangen. Doch der heutige Zeitpunkt am Ende des Kirchenjahres scheint der geeignetere Platz zu sein. Christus als Weltenherrscher ist ja das Ziel der menschlichen Geschichte. So leitet dieses Gedächtnis zur Feier der Ankunft und Wiederkunft des Herrn übergangslos in die folgende Adventszeit über. Dennoch ist die Existenz dieses Festes in der Kirche nicht unumstritten. Die Idee dieses Fest kommt schon zu anderen Zeiten des Jahres zum Ausdruck, vor allem an Erscheinung des Herrn, an Ostern und an Christi Himmelfahrt, ja eigentlich sogar an jedem Sonntag, der ja ein Fest des Herrn, des „Kyrios“ Christus, ist.

Die Eucharistie konzelebrierten Pfarrer Patrick Fleckenstein und Pfarrer Virginijus Grigutis. Nach der Lesung aus dem Buch Ezechiel über die Hoffnungsbotschaft an die nach Babel verschleppten Israeliten, dass Gottes Herrschaft sich durchsetzen wird (Ez 34,11-12.15-17), die Dr. Tilmann Deutler vortrug, und dem Evangelium mit dem Gleichnis vom Weltgericht aus der letzten großen Jesusrede (Mt 25, 31-46), das Pfarrer Grigutis verkündete, predigte Pfarrer Fleckenstein in seiner Homilie darüber, woran man einen praktizierenden Christen erkennen kann.

Viele denken, ein guter Christ ist jemand, der jeden Sonntag zum Gottesdienst rennt. Tatsächlich hat die katholische Kirche den Gottesdienstbesuch zur Pflicht erhoben. Doch was sagt die Bibel dazu? Mit keinem einzigen Wort fordert Jesus dies. Er fordert den Dienst am Menschen. Der erste Dienst eines praktizierenden Christen ist der Menschendienst, nicht der Gottesdienst. Jesus sagt: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“. Als Fazit stellte Pfarrer Fleckenstein fest: „Lassen wir nicht zu, dass wir daran gemessen werden, ob wir in den Gottesdienst gehen oder nicht. Vielmehr lassen wir es zu, dass wir daran gemessen werden, ob wir unserem Nächsten dienen oder nicht!“

Musikalisch umrahmt wurde die Heilige Messe von Christkönigsgesängen wie den Liedern „Gelobt seist du, Herr Jesu Christ, ein König aller Ehren“ oder den Christus-Rufen „Christus Sieger, Christus König, Christus, Herr in Ewigkeit“. Während der Austeilung der Eucharistie sang Organist und Kantor den Friedensgesang „Schalom, schalom, der Herr segne uns“.

Im Anschluss an die Eucharistiefeier in der sehr gut besuchten Kirche versammelten sich die Gemeindeglieder im Pater-Delp-Zentrum zum zweiten Teil des Familiensonntags. Unter der Leitung von Helga Hoschkara bewirtete der katholische Frauenkreis die Anwesenden mit einer delikaten Rindfleischsuppe, Schnitzel mit Kartoffelbrei und Rotkraut sowie Apfelsahne als Nachtisch. Außerdem gab es einen Adventsbasar, auf dem man Gestecke, Kerzen für die Adventszeit, Kalender, Karten und andere Geschenke für das Weihnachtsfest kaufen konnte. Die meisten Gegenstände des Adventsbasars hatten die katholischen Frauen Hüttenfelds in liebevoller Arbeit selbst hergestellt. Die Messdiener der Herz-Jesu-Gemeinde, die von Sandra Wüst geleitet werden, waren ebenfalls aktiv und verkauften selbstgebackene Weihnachtsplätzchen. Am Nachmittag wurde schließlich auch das Café eröffnet. Dort gab es außer Kaffee auch selbstgebackene Torten und Kuchen, selbstverständlich auch zum Mitnehmen.

Anthony Verselis