Wiege der Demokratie

Der Offene Treff der St. Andreas Gemeinde machte sich am vergangenen Sonntag auf den Weg zum Hambacher Schloss, einer Wiege unserer Demokratie.

Ein kleiner Reisebericht von Hans Linke:

Der Offene Treff der St. Andreas Gemeinde machte sich am Sonntag den 07.10.2018 auf den Weg zum Hambacher Schloss, einer Wiege unserer Demokratie. Nachdem wir Fahrgemeinschaften auf dem Parkplatz der Hans Pfeiffer Halle gebildet hatten, ging es auch schon los.

Wir hatten wunderschönes Wetter und konnten vor Beginn unserer Führung von der Terrasse des Schlosses schon den herrlichen Blick in die Rheinebene genießen.

Im Rahmen der Führung erfuhren wir zunächst einiges über die Entstehung des Schlosses. Gegründet von den Bischöfen aus Speyer im 11. Jahrhundert diente die Burg als Schutz- und Trutzburg, auch als Raubritterburg der Bischöfe. Sie hieß damals Keschdeburg nach den in der Umgebung der Burg viel vorhandenen Esskastanien (pfälzisch Keschde).

In der Geschichte der Burg wechselten sehr oft die Besitzer. Mehrmals wurde sie auch komplett zerstört und existierte nur noch als Ruine. Auch der Name änderte sich. Einer der Besitzer im 19. Jahrhundert war König Maximilian II. Die Burg heißt seitdem Maxburg, im Volksmund bis heute.

König Maximilian hatte die Absicht ein Schloss an der Stelle der Burg zu errichten, ähnlich Neuschwanstein. Aus Geldmangel wurden die Pläne nie komplett umgesetzt, aber aus der Burg wurde ein Schloss.

Das mit Abstand wichtigste Ereignis auf dem Schloss fand im Jahr 1832 statt. Vom 27. Mai bis zum 1. Juni 1832 fand auf der Schlossruine das Hambacher Fest statt. Etwa 30.000 Menschen aus ganz Deutschland und Europa trafen sich und demonstrierten für ein einiges Deutschland, weg von der damaligen Kleinstaaterei und schon damals für ein Europa ohne Grenzen. Seit jenem Fest gilt das Hambacher Schloss als Sinnbild der Demokratie in Deutschland.

Bundespräsident Steinmeier besuchte im März 2018 das Schloss und machte deutlich, dass die Menschen auf dem Hambacher Fest zwar für die nationale Einheit Deutschlands demonstrierten, aber keine Nationalisten waren. Sie forderten schon damals ein konföderiertes, republikanisches Europa mit Presse-, Meinungs-, und Versammlungsfreiheit und die Gleichberechtigung von Frauen.

Nach unserer Führung machten wir eine Wanderung durch die Weinberge von Maikammer und Neustadt und stärkten uns in der Klausentalhütte mit deftigen Pfälzer Gerichten und Getränken. Bei nach wie vor herrlichem Herbstwetter wanderten wir zurück zu unseren Autos und traten mit sehr vielen neuen Eindrücken die Heimreise an.