Familiäre Feierstunde

Zur Feier seines 40-jährigen Bestehens lud der Kirchenchor der katholischen Herz Jesu Gemeinde Hüttenfeld an einem Sonntag Ende Januar ins Pater-Delp-Zentrum ein.

Im Rahmen einer heiteren Feierstunde erinnerte man sich an vergangene Zeiten, wagte aber auch einen Blick in die Zukunft des Chores.

Am 16. Januar 1979 war es so weit: Der damalige Pfarrer Klaus Kollmann rief mit 31 Männern und Frauen den ersten katholischen Kirchenchor der Hüttenfelder Herz Jesu Gemeinde ins Leben. Die Gründungssingstunde fand damals noch im alten Gemeinderaum statt. Mit den Worten „Hermann, du kannst das“ konnte der Geistliche den Dirigenten Hermann Wunderle aus Viernheim überzeugen, das Kirchenchorprojekt mit seinem musikalischen Können zu unterstützen. Und tatsächlich: Was damals als Projekt begann, hat bis heute Bestand. Seit nunmehr 40 Jahren erfreut der Chor die Gottesdienstbesucher insbesondere zu den Hochfesten mit seinen feierlichen Klängen und ist aus der Herz Jesu Gemeinde nicht mehr wegzudenken.

Zum 40-jährigen Jubiläum hieß Gründungsmitglied Rudolf Schäfer im Namen des Chors die Gäste herzlich willkommen, darunter Dekan Peter Kern, Pfarrer Virginijus Grigutis und Pater John Peter als Vertreter der Kirche, Jutta Günther vom Pfarrgemeinderat, Brigitte Hoffmeister vom Seniorenkreis und einige Gäste aus befreundeten Chören aus Viernheim und Altrip. „Fakt ist: Unser Chor hat schon immer gerne gefeiert“, stellte Schäfer in seiner Ansprache fest und erinnerte an das einjährige Jubiläum im Hüttenfelder Bürgerhaus sowie das fünfjährige, das erstmals im damals gerade fertiggestellten Pater-Delp-Zentrum stattfand. Neben vielen Anekdoten aus vierzig Jahren Chorgeschichte, die viele der Anwesenden zum Schmunzeln brachten, wies Schäfer allerdings auch auf die Schwierigkeit hin, neue Mitglieder zu gewinnen. „Mit einer Handvoll neuer Sänger wäre unser Chor um die Hälfte größer“, scherzte der langjährige Sänger. Umso dankbarer sei der etwa 15-köpfige Chor, der zu Spitzenzeiten etwa 40 Mitglieder hatte, dass er sich bei Hochfesten auf Unterstützung von befreundeten Chören, wie etwa dem aus Viernheim, verlassen kann. Für die Festrede übergab Schäfer das Wort an Dekan Peter Kern, der nicht nur als Geistlicher zu der Feier eingeladen war. Kern war in den zwei Jahren nach der Gründung selbst aktiver Sänger im Hüttenfelder Kirchenchor und erklärte sich daher gerne bereit, die Ehrungen seiner ehemaligen Chorkollegen und des Chorleiters vorzunehmen.

„Wo man Bier trinkt und ein Lied singt, da ist die Welt so herrlich“, zitierte Kern ein Lied, das man früher in jeder „Nachsingstunde“ anstimmte. Neben den wöchentlichen Proben erinnerte sich Kern auch an viele gemeinsame Feste, Auftritte und Ausflüge wie etwa die Romfahrt, von der sein Nachredner Hermann Wunderle ebenso schwärmte. Doch Kern wies auch darauf hin, dass der Mitgliederschwund dem Chor immer mehr zusetzt, sprach dem Chor aber Mut zu. Um auch in Zukunft noch zusammen singen zu können, sollte man über einen ökumenischen Chor wie etwa in Kerns Wohnort Bürstadt nachdenken. Eine weitere Möglichkeit sei ein Projektchor, der sich nur in den Wochen vor einem Auftritt zusammenfindet. Zuletzt bedankte Kern bei den Hüttenfelder Sängerinnen und Sängern bevor er zu den Ehrungen überging. Für langjährige Mitgliedschaft wurden die aktiven Sänger Inge Möller, Erika Schäfer und Rudolf Schäfer sowie die passiven Mitglieder Agnes Dörr, Christa Fleig, Erwin Gärtner (kürzlich verstorben), Ria Keuker, Walter Keuker, Wilfried Luley, Franziska Moos (kürzlich verstorben), Hildegard Neyer, Edith Ringenwald, Trude Rünger, Anni Schaffranek, Maria Wanka und Ursula Zintel im Namen des Diözesan-Cäcilienverbands Mainz ausgezeichnet. Zuletzt gratulierte der Dekan dem Dirigenten und Chorleiter Hermann Wunderle zum 40-jährigen Dienstjubiläum. Wunderle begleitet den Chor schon seit seiner Gründung. Einzig in der Zeit zwischen 2002 und 2009 übernahm der ebenfalls aus Viernheim stammende Marc Bugert die musikalische Leitung.

Hermann Wunderle dankte Kern für die Auszeichnung und seinem Chor für einen üppigen Fresskorb. In seiner Ansprache stellte er fest: „Im Feiern sind die Hüttenfelder einfach Profis.“ Gerne denkt er zurück an viele gemeinsame Stunden, sowohl in den Singstunden als auch danach. Hüttenfeld sei seine große musikalische Liebe geworden. Der langjährige Dirigent schwärmte von der Zeit als es noch „in jeder Stunde für den Chorleiter Kaffee und Kuchen“ gab. Was dem Chor erhalten geblieben ist, ist die familiäre Atmosphäre und der Gesang zu Ehren Gottes. „Wer singt, betet doppelt“, zitierte Wunderle den römischen Philosophen Augustinus.

Die stellvertretende Pfarrgemeinderatsvorsitzende Jutta Günther bedankte sich im Namen der Herz Jesu Gemeinde für die musikalische Gestaltung der Gottesdienste. Dort erscheine der kleine Chor ganz groß. Für die zahlenreichen Auftritte beim Seniorennachmittag sprach Brigitte Hoffmeister den Sängern ihren Dank auch.

Neben den Redebeiträgen kam auch die Musik nicht zu kurz. Der Jubelchor gab im Laufe des Abends einen Einblick in sein Repertoire und brachte viele Gäste zum Mitsingen und Mitklatschen. Alois Kalt, der den Chor gerne an Hochfesten in der Kirche instrumental unterstützt, begleitete manche Titel mit seinem Saxofon. Weitere musikalische Darbietungen von dem „Vernemer Caruso“ Kurt Denk und dem Viernheimer Quartett, bestehend aus Rudi Brinkmann, Albert Hanf, Ernst Kühner und Walter Kühner, sorgten ebenfalls für gute Stimmung. Mit weiteren spontanen Beiträgen ließ man den Abend gemütlich ausklingen.

Ehrungen für 40 Jahre Mitgliedschaft:
Aktive Mitglieder: Ingrid Möller, Erika Schäfer, Rudolf Schäfer
Passive Mitglieder: Agnes Dörr, Christa Fleig, Erwin Gärtner (verstorben), Ria Keuker, Walter Keuker, Wilfried Luley, Franziska Moos (verstorben), Hildegard Neyer, Edith Ringenwald, Trude Rünger, Anni Schaffranek, Maria Wanka, Ursula Zintel

Ehrung für 40-jähriges Dirigentenjubiläum: Hermann Wunderle

Walter und Ria Keuker, Christa Fleig, Walter Dörr (stellvertretend für Agnes Dörr), Elke Müller (stellvertretend für Erwin Gärtner), Maria Wanka, Rudolf und Erika Schäfer, Ursula Zintel, Ingrid Möller, Anni Schaffranek und Hermann Wunderle (v. l.) nahmen die Ehrungen von Dekan Peter Kern (5. v. r.) entgegen.