Gedanken zur Weihnacht

Wir feiern dieser Tage eine Liebesgeschichte - Gott sich in seine Schöpfung verliebt. Einige Gedanken von Pfarrer Patrick Fleckenstein zur Weihnacht.

Krieg und Terror im Heiligen Land.
Terroristische Anschläge rund um den Globus.
Flüchtlinge die um ihr Leben bangen und sich auf den Weg machen.
Stellenabbau, trotz steigendem Profit.
Naturkatastrophen, die hunderte Menschen das Leben kosteten.
Deutschland hat gewählt, doch niemand will regieren.
Und und und.

Können Sie es noch hören? – Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich möchte nichts weg reden und die Methode der drei Affen: Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen, wir wissen es alle, funktioniert nicht.

Heute belehren uns die Kinder mit dem Krippenspiel und erteilen uns eine Lektion. Sie erteilen uns die Lektion, dass es bei allem, was in dieser Welt aus den Fugen geraten ist, wir trotzdem irgendwie berührbar bleiben sollten. Berührbar nicht nur von den furchtbaren Nachrichten.

Ja, Gott wurde nicht Theologe, nicht Studierter, nicht Gelehrter, er wurde einfach Mensch!

Das was wir heute feiern, dass ist die Liebesgeschichte. – Das ist die Geschichte eines Gottes, der sich in den Menschen, seine Schöpfung verliebt hat.

Trotz allem Lug, allem Trug, aller Enttäuschung, allem Fremdgehen, Gott hat sich in uns Menschen verliebt.

Gott, er glaubt, aller Erfahrung zum Trotz, an das Gute im Menschen.

Er glaubt an das, was wir nicht tagtäglich in den Nachrichten hören. Er glaubt an das Gute in uns. – In dir und in mir!

Wie schaut es mit uns aus? – Glauben wir noch an den Menschen, oder geben wir uns zufrieden mit dem Bild, das von uns gezeichnet wird, oder wir auch von uns selbst malen? Glauben wir an den schlechten, den pessimistischen Menschen oder glaube wir daran, was Gott uns mit dem kleinen Kind sagt: Mensch, du bist mehr!

Liebe Schwestern und Brüder,

ich bin es satt! Ich habe es satt! – Diesen Hang zur Depression in unserer Welt – ich habe ihn satt!

Gott glaubt an uns, er glaubt, dass wir mehr sind, als wir glauben.

Wir sind mehr!

Und Gott wählt den Weg zu uns, als Kind, als Kind in einer Krippe. – Ja, Gott scheint zu wissen, wer es schafft, unsere Herzen noch zu erreichen. – Kinder! Jesus, das liebliche Kind!

Wie gut, dass es die Kinder sind, die uns die Botschaft des Kindes Jahr für Jahr vor Augen führen!

Ihr, ihr Kinder seid es, die unser Herz berühren. – Gott sei Dank!

Lassen wir es bitte nicht zu, dass wir heute, morgen und übermorgen die Freude auspacken, ein paar romantische Stunden verbringen und dann alles schön wieder in den Keller packen und verstauen bis zum nächsten Jahr! – Lassen wir es bitte nicht zu! 

Gott sagt uns heute mit diesem Kind in der Krippe: „Ich glaube an dich, Mensch! Ich glaube an das, was ich bei deiner Erschaffung in dich gelegt habe!“