Gedenken an Alfred Delp

Am 8. Dezember 2019 jährte sich der Tag, an dem Alfred Delp seine Glaubensgelübde ablegte. Dies gilt für seine Heimatgemeinde St. Andreas besonders.

Pfarrer Rauch durfte eine voll besetzte St.-Andreaskirche begrüßen. Unter den Besuchern fanden sich auch Mitglieder der Alfred-Delp-Gesellschaft aus Heidelberg und auch Mitglieder der Familie Delp. Letztere waren es, die Pfarrer Rauch in Lampertheim im August per Brief begrüßten und gleichzeitig auf Alfred Delp hinwiesen, der in Lampertheim aufwuchs.

Pfarrer Rauch berichtete, dass er sich danach intensiv mit dem Menschen Alfred Delp und seinem Wirken beschäftigt hatte. Ein Grund für ihn, diesen Menschen nochmals besonders in den Blick zu nehmen. Denn die Themen seiner Zeit berühren auch die Gegenwart.

Zum Anlass des 75. Jahrestages der Ablegung der ewigen Gelübde gab es einen besonderen Gottesdienst, den Domdekan Prälat Heinz Heckwolf aus Mainz, abhielt. Auch konnte Pfarrer Rauch von der Gemeinschaft der Jesuiten das Originalgelübde ausleihen. Es lag während des Gottesdienstes auf dem Altar. Mit der Unterschrift unter diesen Text besiegelte Alfred Delp sein Todesurteil. Denn der Inhaftierte sollte sich lossagen von der Kirche und seinem Glauben. Zuvor war er aufgrund des Attentates auf Adolf Hitler verhaftet worden.

In seiner Predigt ging Prälat Heckwolf auf die dunkle Zeit vor 75 Jahren ein. Deutschland war mitten im Krieg und zahlreiche Städte waren zerstört und das Regime unter Adolf Hitler schürte den Hass, ließ keine andere Meinung, als die des Staates zu. Alle, die sich gegen den Staat und seine Machthaber auflehnten oder kritische hinterfragten wurden verhaftet und eingesperrt. In Schauprozessen wurden die meisten zum Tode verurteilt. Auch Alfred Delp, der als Christ und Mensch, seine Gedanken laut aussprach und auch als Mitglied der Zeitschrift "Stimmen der Zeit“ niederschrieb.

Am 8. Dezember 1944 konnte Alfred Delp in Gefängnismauern sein ewiges Gelübde dank der Hilfe seines Mitbruders Pater Franz von Tannenbach dann ablegen. In einem Brief an Tannenbach einen Tag später schrieb Delp dem Mitbruder: "Nun haben die äußeren Fesseln gar nichts mehr zu bedeuten, da mich der Herrgott der vincula amoris (Fesseln der Liebe) gewürdigt hat."

Musikalisch festlich und zum Gedenken Alfred Delps passend begleitete der Chor Ephata den Gottesdienst.

Nach dem Gottesdienst konnten die Besucher das Gelübde Pater Alfred Delps im Original am Altar selbst anschauen.

Weitere Veranstaltungen sind für ab 2. Februar 2020, dem 75. Todestag des Lampertheimer Ehrenbürgers geplant. Unter anderem gibt es eine Ausstellung in der Alfred-Delp-Kapelle mit persönlichen Dingen von Alfred Delp. Auch das Bistum wird an den Jesuit in besonderer Weise erinnern: Hierzu wird Bischof Dr. Peter Kohlgraf am 9. Februar 2020 den Gottesdienst in St. Andreas Lampertheim zelebrieren.