St. Martin II

Am Vorabend zu Sankt Martin wurde in Hüttenfeld zunächst eine kleine Andacht gefeiert, bevor die Kinder mit bunten Laternen durch die Straßen zogen.

Pfarrer Virginijus Grigutis und Pfarrgemeinderätin Jutta Günther begrüßten die Kinder, Eltern und Großeltern in der Herz Jesu Kirche, die bis auf den letzten Platz besetzt war. Musikalisch untermalt wurde die Feier in diesem Jahr von Gintaras Ručys, dem Musiklehrer des litauischen Gymnasiums. Er begleitete die Lieder „Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind“ und „Da berühren sich Himmel und Erde“ mit einem Repertoire an unterschiedlichen Instrumenten.

Der Höhepunkt der Feier war wie in jedem Jahr das Martinsspiel, zu dem alle Kinder nach vorne gebeten wurden, damit jeder etwas sehen konnte. Jutta Günther erklärte dem Publikum, dass der heilige Martin zuerst beim Militär war und wollte dann von den Kindern wissen, was ein Soldat als Ausrüstung benötigt. Schnell wurden die Begriffe Schild, Schwert, Helm und Mantel genannt.

Mit diesen Utensilien wurde in diesem Jahr Lilly Thoma als Sankt Martin ausgerüstet. Ihr kleiner Bruder Erik Thoma verkörperte sehr glaubwürdig den frierenden Bettler, während Annette Eder die bekannte Geschichte Sankt Martins vorlas. Nachdem Lilly den roten Mantel mit dem Schwert in zwei Teile geschlagen und ihrem Bruder die Hälfte gegeben hatte, applaudierte die vollbesetzte Kirche für die jungen Schauspieler.

Der kirchliche Teil wurde mit dem gemeinsamen Vaterunser beendet, bei dem sich alle an die Hand nehmen sollten. Zum Schluss durften die Kinder ihre bunten Laternen in die Luft halten, als Zeichen dafür, dass sie wie Martin Gutes in die Welt hinaustragen wollen und man zog zu dem Lied „Tragt in die Welt nun ein Licht“ aus der Kirche aus, um den Laternenumzug zu starten.

Angeführt durch die als Sankt Martin verkleidete Michelle Zornmüller auf ihrem Schimmel, erhellten die Kinder die Hüttenfelder Straßen mit ihren farbenfrohen Laternen und zogen die freudigen Blicke der Anwohner auf sich.

Zurück im Kreuzgang der Kirche erfreuten sich Glühwein und Kinderpunsch großer Beliebtheit, obwohl man sich dank der milden Temperatur kaum aufwärmen musste. Auch die traditionellen Weckmänner waren so gefragt, dass sie schon bald vergriffen waren.