Sternsingeraktion 2018

Nun sind sie unterwegs: Auch die Lampertheimer Gemeinden Mariä Verkündigung und St. Andreas haben "ihre" Sternsinger ausgesandt in die Spargelstadt.

Die Holzkrippe in der einen Ecke, die beiden strahlend leuchtenden Christbäume in der anderen und -Pullover, T-Shirts, bunter Schmuck und ein Fußball auf dem Altar? Nicht unbedingt der übliche Kirchenschmuck. Aber der Gottesdienst am Dienstagmorgen in Sankt Andreas war auch kein gewöhnlicher Gottesdienst, sondern die feierliche Aussendefeier für die diesjährige Sternsingeraktion.

Das Motto eben selbiger ist in diesem Jahr: „Gemeinsam gegen Kinderarbeit - in Indien und weltweit.“, unter welchem auch die von Pfarrer Patrick Fleckenstein geleitete Eucharistiefeier stand. „Eine fast unglaubliche Erfolgsgeschichte“ betonte Pfarrer Fleckenstein, sei die Sternsingeraktion, bei der Kinder die Freude über Weihnachten in die Straßen und Häuser der Stadt trügen, um dadurch anderen Kindern, denen es nicht so gut gehe, wie dem Nachwuchs in der Spargelstadt, zu helfen.

Und die diesjährigen Sternsinger zeigten bereits im Gottesdienst, dass es bei ihnen nicht nur musikalisch gut klappt, sondern, dass sie mit Herz dabei sind und genau wissen, auf welche Probleme sie aufmerksam machen und durch die Gelder, die sie sammeln, möglichst lösen möchten. Anstelle einer Lesung stellten so vier der jungen Sängerinnen und Sänger ihr Leben mit dem eines gleichaltrigen Kindes in Indien in direkten Kontrast. Aus dem Hobby Fußballspielen und der Vorliebe für schicke Pullover, T-Shirts und bunten Schmuck entstand so das Bild eines harten Alltags für indische Kinder und andere junge Erdenbürger weltweit, die viele der Konsumgüter in harter, schlechtbezahlter und gefährlicher Arbeit produzieren müssen. „Kinderarbeit“, machte Gemeindereferentin Birgit Bongiorno nach der Lesung des Evangeliums aufmerksam, „kann überall drinstecken.“ Und obwohl es in den meisten Ländern durchaus Gesetze dagegen gäbe, ändere sich nicht viel. Oftmals seien Familien auf das Geld, das die Kinder durch ihre Arbeit verdienen, angewiesen. Die Arbeit stehe dadurch über dem Schulbesuch, aber ohne Abschluss wird es fast unmöglich, später eine gute Anstellung zu finden. So entstehe ein Armutskreislauf. Diesen zu durchbrechen ist Ziel der Projekte, die durch die Erlöse der Sternsingeraktion finanziell gestemmt und unterstützt werden können. Dazu zählen zum Beispiel finanzielle Hilfen für Frauen, die ein Geschäft eröffnen möchten oder die Unterstützung von Schulen, in denen Kindern halbtags lernen können.

Um für diese Kinder etwas tun zu können, machen sich Lampertheims Sternsinger in diesem Jahr auf den Weg. Die jungen Gemeindemitglieder von Sankt Andreas sind dabei zwischen Dienstag, dem 02.Januar 2018 und Sonntag, dem 07. Januar 2018, halbtags in der Spargelstadt unterwegs. Ihre Mission ist aber neben dem Wunsch nach Spenden noch eine andere: „Die Freude Christi in die Häuser zu bringen,“ wie Pfarrer Fleckenstein betonte.

Dafür segnete er zu Ende des Gottesdienstes nicht nur den Weihrauch, die Schilder und die Kreide, sondern auch die jungen Nacheiferer der Heiligen Drei Könige sowie die Anwesenden in der Gemeinde selbst. Und eine kleine Kostprobe ihrer Stimmkünste zeigten die Kinder am Ende der Messe, als sie gemeinsam wohl das Sternsingerlied schlechthin, „Wir Kommen Daher Aus Dem Morgenland“, anstimmten -dirigiert von Pfarrer Fleckenstein, der dank der jungen Hoffnungsträger schon am zweiten Tag von 2018 sagen konnte: „Das neue Jahr beginnt gut.“