Würzwische gebunden

Bei bestem Wetter machten sich einige Gemeindemitglieder aus Maria Verkündigung und St. Andreas auf den Weg, um auf den Wiesen Heilkräuter zu sammeln.

Doch was hat eigentlich Maria mit den Kräutersträußen zu tun?

Die katholische Kirche sieht die Kräuterweihe vor allem als Ausdruck für die Achtung vor der Schöpfung und die Heilkraft der Kräuter als Symbol für die Zuwendung Gottes an den Menschen.

Der Zusammenhang zwischen Maria und den Kräutern geht auf eine Legende aus der Frühzeit der Kirche zurück. Am dritten Tage nach der Grablegung gingen die Apostel zur Grabhöhle Mariens. Es schlug ihnen dein Woge köstlichen Wohlgruchs entgegen. Das Grab war verlassen, dafür aber angefüllt mit Rosen und Lilien, rings um die Grabstätte sprossten und blühten all die bescheidenen Heilkräuter, die die Gottesmutter in ihrem Leben geliebt hatte.

Aufgrund dieser Legende ist es in vielen Gemeinden der Brauch, Kräutersträußchen (in Lampertheim genannt: Wurzwische) zu binden und nach deren Weihe im Gottesdienst an die Gemeindemitglieder zu verteilen.

Für die Gemeinden Maria Verkündigung und St. Andreas wurden folgende Kräuter gesucht und zu Wurzwischen verarbeitet:

Wilder Majoran, Schafgarbe, Rainfarn, Leinkraut, Johanniskraut, Blutweiderich, Wilde Karde, Pfefferminze, Walnuss, Wiesenknopf, Beifuß und Wermut.

Der Gottesdienst zum Fest Maria Himmelfahrt fand für beide Gemeinden in der Kirche Maria Verkündigung statt.